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11/02/2019

Warum Videos zur Steigerung der Gesundheitskompetenz beitragen

Nicht nur in privaten und sozialen, sondern auch in politischen Diskussionen gewinnt das Thema Gesundheit immer mehr an Bedeutung, da jede Einzelne oder jeder Einzelne im alltäglichen Leben laufend mit Angelegenheiten konfrontiert wird, in denen Entscheidungen getroffen werden, welche sich direkt oder indirekt auf die individuelle Gesundheit bzw. auf das Wohlbefinden auswirken. Es gilt, Fähigkeiten zu entwickeln, Qualität und Vertrauenswürdigkeit von Gesundheitsinformationen zu beurteilen sowie einen resultierenden Nutzen oder Schaden möglichst früh zu erkennen.

Vorerst ist es notwendig, ein einheitliches Verständnis zum Begriff „Gesundheitskompetenz“ zu schaffen. Laut Sorensen (2012) umfasst der Begriff Gesundheitskompetenz nicht nur das Wissen und die Motivation, sondern auch die Fähigkeiten eines Individuums, gesundheitsrelevante Informationen zu finden, verstehen, beurteilen und anzuwenden, um Entscheidungen welche die eigene Gesundheit betreffen, treffen zu können (S. 1-13).Digitale Gesundheitskompetenz

 

Laut dem European Health Literacy Survey (HLS-EU-Studie) (2012) konnte aufgezeigt werden, dass von den acht teilnehmenden Ländern (Bulgarien, Deutschland, Griechenland, Irland, den Niederlanden, Österreich und Polen) fast die Hälfte der teilnehmenden Erwachsenen (47%) über eine nicht ausreichende oder problematische Gesundheitskompetenz (Health Literacy) verfügen. Betrachtet man den Aspekt unzureichende Gesundheitskompetenz, liegt Österreich mit 18,2% im Vergleich zu den teilnehmenden Ländern an vorletzter Stelle nach Bulgarien mit 26,9%. Eine problematische Gesundheitskompetenz des Individuums führt zu weniger gesunden Entscheidungen, risikoreicherem Verhalten, schlechterer Gesundheit, geringerer Selbsthilfe und sohin zu einer Steigerung von stationären Krankenhausaufenthalten. Darüber hinaus lässt sich anhand der HLS-EU Studie (2012) ein soziales Gefälle feststellen, welches in engem Zusammenhang mit Bildungsstand, Einkommen und Alter steht. Dementsprechend weisen jene Bevölkerungsgruppen mit niedrigerem Bildungsstand und geringerem Einkommen ein höheres Risiko für eine eingeschränkte Gesundheitskompetenz auf (Sorensen, Pelikan, Röthlin, Ganahl, Slonska, Doyle, Fullam, Kondilis, Agrafiotis, Uiters, Falcon, Mensing, Tchamov, Van der Broucke & Brand, 2015, S. 1-6).

Das Thema Gesundheitskompetenz wurde in Österreich bereits als wichtiges Handlungsfeld identifiziert. Sodann wurden von der Bundesgesundheitskommission, abgeleitet von den Empfehlungen der World Health Organization (WHO), nationale Gesundheitsziele für Österreich definiert. Dementsprechend zielt das Gesundheitsziel drei darauf ab, die Gesundheitskompetenz und demzufolge die Gesundheit aller Bevölkerungsgruppen zu stärken (BMASK, o.J., www).

 

Kommunikationstool: Video zum Thema Gesundheitskompetenz

Im Rahmen der vorliegenden Arbeit sollen Familien, unabhängig von ihrem sozioökonomischen Status betrachtete werden.

Die Familie bzw. vor allem Eltern erweisen sich als primäre Bezugspersonen von Kindern. Untersuchungen zeigen, dass die Gesundheitskompetenz der Eltern zumindest teilweise die Gesundheitskompetenz der Kinder beeinflusst (Maier & Felder-Puig, 2017, S. 38).

Da das Setting Familie Eltern, Großeltern, Kinder und Jugendliche integriert, ist der Ansatz zur Erreichung aller Personen sehr breit. Es sollte darauf geachtet werden, dass die Informationen so aufbereitet werden, dass alle Beteiligten, unabhängig von der Altersgruppe, die Inhalte verstehen. Daher muss eine besonders einfache Sprache verwendet werden.

 

Zudem muss darauf geachtet werden, dass das Video die „Zuschauer“ nicht überfordert, d.h. es sollte an die Aufmerksamkeitsspanne angepasst werden. Maximal empfiehlt sich daher eine Länge von fünf Minuten. Videos haben den Vorteil, dass die Inhalte an die Zielgruppe angepasst werden können und einen niederschwelligen Zugang zur Zielgruppe gewährleisten. Zielgruppenspezifische Videos via Internet haben den Vorteil, dass die Informationsvermittlung nicht nur über das Sehen, sondern auch das Hören stattfindet. Darüber hinaus kann ein Video bzw. dessen Inhalt beliebig oft wiederholt werden (Maier & Felder-Puig, 2017, S. 38). Daher werden nachstehend zwei Beispiele für die Gestaltung eines Videos für die Zielgruppe Familie dargestellt.

 

 

Konzipierung eines Videos

Zur Videokonzeption werden die eingangs erwähnten Leitfragen herangezogen:

  •  Wie könnte ein passendes Video zum Thema Gesundheitskompetenz aussehen?
  •  Welche Inhalte müssten wie gebracht werden, dass alle daran Interesse haben?

 

Das konzipierte Video soll zielgruppengerecht, leicht verständlich und genderspezifisch sein. Durch eine bildhafte Sprache mit wenig Text, kurzweiligem Charakter und mittels Storytelling soll das Video die Zielgruppe „Familie“ ansprechen. Storytelling bezeichnet eine Methode, welche dazu dient, Wissen, Erfahrungen und Emotionen zu einem bestimmten Sachverhalte zu kommunizieren. Geschichten bleiben in Erinnerung im Vergleich zu Daten und Fakten – unabhängig von der Altersgruppe. Erfolgsfaktor dafür ist, dass sich die Zielgruppe in die Situation des Geschichtenerzählers hineinfühlen kann.

 

Es soll vermitteln:

  •  was Gesundheitskompetenz bedeutet,
  •  warum es wichtig ist, die eigene Gesundheitskompetenz zu stärken sowie
  •  sollen konkrete Handlungsmaßnahmen für die Umsetzung im Alltag dargestellt werden.

 

Anhand Geschichten von Familien im „echten Leben“ können die obigen Inhalte glaubwürdig vermittelt werden. Dabei sprechen beispielsweise Erwachsene und Kinder darüber, was sie unter Gesundheit bzw. Gesundheitskompetenz verstehen und was ihnen die eigene Gesundheit bedeutet. Der Begriff „Gesundheitskompetenz“ sollte eher als „verstehen, beurteilen und anwenden von Informationen“ umschrieben werden, da für Kinder der Begriff wahrscheinlich schwierig zu verstehen ist. Die Inhalte sollen alle Praxisrelevanz haben, das bedeutet, wie das Thema im Alltag integriert werden kann. Zum Beispiel „Gesundheit ist wichtig weil… Für mich ist Gesundheit Wohlbefinden… etc.“.

Eventuell könnte man Familien herbeiziehen, die von persönlichen Situationen aus ihrem Leben erzählen, bei denen Gesundheitskompetenz eine Rolle gespielt hat oder immer noch spielt (Arztbesuch, gesundheitsrelevante Informationen suchen, Abnehmen, Bewegung, Kinder mit Krankheiten, gesunde Ernährung).

 

Dabei ist darauf Acht zu geben, dass eine einfache Sprache verwendet wird und Fachbegriffe entweder vermieden werden oder erklärt werden müssen. Zudem ist es wichtig, die Zielgruppe „aktiv und persönlich anzusprechen“, wie beispielsweise „Sie können..“ Dabei empfiehlt es sich, konkrete Handlungsempfehlungen darzustellen, also wie diese im Alltag umgesetzt werden können. Beispielsweise wäre es sinnvoll, die einzelnen Schritte, welche für eine bestimmte Handlung notwendig sind, aufzuzeigen. (Kraus-Füreder & Soffried, 2017, S. 52-56).

Konkrete Handlungsempfehlungen könnten in diesem Zusammenhang insofern dargestellt werden, als Kinder im Video mit den Eltern gemeinsam bzw. im Kindergarten das Essen zubereiten oder sich spielerisch in der Natur bewegen. Zwischen den kurzen Ausschnitten könnten Kinder mit kurzen Aussagen eingeblendet werden, die mitteilen, was sie gehört haben und wie sie dies selbst ausprobiert haben (z.B. gemeinsam mit Eltern Kräutergarten anlegen).

 

Eine weitere Möglichkeit wäre, das Video in Form einer Bildgeschichte darzustellen, um die Inhalte leicht verständlich vermitteln zu können. Wie bereits erwähnt, können durch Storytelling die Inhalte besser aufgenommen und verknüpft werden. In diesem Format könnte beispielsweise eine bildhafte Darstellung anhand einer Geschichte erfolgen.

Ein adipöses Volksschulkind namens Klaus klagt zu Hause des Öfteren über Kopfschmerzen. Klaus besucht gemeinsam mit seinen Eltern Hausarzt. Dort klärt der Hausarzt die Familie auf, dass durch gesunde Ernährung und Bewegung die Kopfschmerzen beseitigt werden können. Die Familie sucht zu Hause im Internet nach gesunden Lebensmitteln, gesunden Rezepten und gesünderen Alternativlebensmitteln. Gemeinsam werden spezifische Bücher ausgesucht und gemeinsam durchgelesen. Seitdem unternimmt die Familie gemeinsam am Wochenende oft etwas Aktives gemeinsam. Nach einiger Zeit verbessert sich der gesamte Gesundheitszustand der Familie. Klaus hat nun keine Kopfschmerzen mehr und hat Freude, sich zu bewegen und gesund zu essen.

 

Um die Beurteilung der Qualität des Videos sicherzustellen, gilt es zu beachten, Erstelldatum, Ersteller bzw. Herausgeber des Videos sowie die Kontaktdaten anzuführen. Darüber hinaus sollte die Möglichkeit gegeben sein, die Zielgruppe einzubinden – dabei kann zum Video Feedback bzw. die Sichtweise der Zielgruppe abgefragt werden (Kraus-Füreder & Soffried, 2017, S.56).

 

Vermarktung mit Hilfe von Videos

Seitens der Sozialversicherung besteht die Möglichkeit, das Video über die Homepages zu verbreiten. Eventuell können Ambulatorien oder Gesundheitseinrichtungen das Video über den Infoscreen abspielen, da hier Eltern mit ihren Kindern anzutreffen sind.

Ein weiterer möglicher Punkt wären die Social-Media Kanäle. Heutzutage sind „Influencer“ besonders im Gesundheitsbereich im Trend. Sinnvoll wäre es, das Video durch Schlüsselpersonen oder „Influencer“ in die Menge zu streuen. Dabei sind vorerst diese Personen zu identifizieren, welche den Zugang zum Setting Familie ermöglichen und eine dementsprechend große Reichweite haben. Diese Personen tragen das Video an andere Personen weiter, wodurch ein Netzwerk entsteht. Genutzt werden Department Gesundheit können die Social-Media Webseiten wie Instagram, Facebook und YouTube, um das Video zu verbreiten.

 

HINWEIS: Dieser Artikel wurde von Frau Lisa-Maria Gmeiner, BA verfasst und zur Veröffentichung auf dieser Homepage zur Verfügung gestellt. Vielen Dank.

 

Quellen

Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz (BMASK). (o.J.). Gesundheitsziele Österreich: Gesundheitskompetenz der Bevölkerung stärken. Verfügbar unter: https://gesundheitsziele-oesterreich.at/gesundheitskompetenz-bevoelkerung-staerken [09.01.2019].

Kraus-Füreder, H. & Soffried, J. (2017). Methodenbox: Die gesundheitskompetente Sozialversicherung. Hrsg. Hauptverband der Österreichischen Sozialversicherungsträger. Wien

Maier, G. & Felder-Puig, R. (2017). Gesundheitskompetenz von Kindern und Jugendlichen: Herausforderungen und Überblick zum aktuellen Stand der Forschung. Wien: Institut für Gesundheitsförderung und Prävention.

Sørensen, K., van den Broucke, S., Fullam, J., Doyle, G., Pelikan, J., Slonska, Z. et al. (2012). Health literacy and public health: a systematic review and integration of definitions and models. BMC public health, 12, 80.

Sorensen, K., Pelikan J., Röthlin F., Ganahl K., Slonska Z., Doyle, G., Fullam, J., Kondilis, B., Agrafiotis, D., Uiters, E., Falcon, M., Mensing, M., Tchamov, K., Van der Broucke, S. & Brand H. (2015). Health literacy in Europe: comparative results of the European health literacy survey (HLS-EU). European Journal of Public Health, 2015, 1-6.

Letzte Änderung am 18/08/2021

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