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Artikel nach Datum gefiltert: Februar 2019

Hierbei handelt es sich um die Arbeit einer Studentin (Gastautorin). Die Ausgangsfrage war, was würden Sie mit 100.000 Euro machen?

 Setting Kindergarten

Die Digitalisierung in Gesundheitsförderung bietet für die Menschen eine Vielzahl von Möglichkeiten, um die eigene Gesundheit bewusst zu fördern. Daher ist die Stärkung der digitalen Gesundheitskompetenz jedes Einzelnen durch neue digitaleGesundheitsplattformen und neue Anwendungen wie z.B. Apps von entscheidender Bedeutung und zählt zu den größten Chancen der digitalisierten Welt von morgen. Aus meiner Sicht ist das Thema, aufgrund ihrer gesundheitlichen Relevanz sowie der digitalen und technischen Entwicklung zentral gesetzt und sehr aktuell. Daher wären für mich mehr Informationen zu diesem Thema wünschenswert. Ich wünsche mir auch mehr Informationen zu Stärkung der Gesundheitskompetenz in den verschiedenen Bereichen (Gesundheitswesen, Bildung, Arbeitswelt, ...) als Vergleich sowie die Unterschiede bei soziodemographischen Merkmalen (Alter, Geschlecht, Bildung…).

 

Welche Best/Good Practice Projekte wurden zu Stärkung der Gesundheitskompetenz bereits durchgeführt? Welche Maßnahmen wurden bereits umgesetzt und welche waren wirksam? Welche Potenziale und Herausforderungen wurden identifiziert?

 

Um die Gesundheitskompetenz zu verbessern, sehe ich das Potenzial im Bildungssystem. Bildung ist eine wichtige Voraussetzung für die Erhaltung von Gesundheit und wird auch als Gesundheitsdeterminante festgelegt. Sie ist eine der Haupteinflussfaktoren für ein gesundes, selbstbestimmtes Leben. (Bauer, Okan & Hurrelmann, 2018). Nicht nur, dass es vielen Menschen schwer fällt gesundheitsrelevante Informationen zu verstehen aber auch ist es dringend notwendig, da auch viele Informationen, die wir in Medien lesen, oft verzerrt oder falsch sind. Wie die Studie des Departments für Evidenzbasierte Medizin und Klinische Epidemiologie der Donau-Universität Krems herausgefunden hatte, ist die tatsächliche Faktenlage von rund 60 Prozent der Medienberichte mit medizinischen Inhalten stark verzerrt, von rund 30 Prozent leicht verzerrt und lediglich nur 11 Prozent der untersuchten Berichte sind tatsächlich evidenzbasiert. (Kerschner, Wipplinger, Klerings & Gartlehner, 2015, www).

Diese wenigen Prozente guter Information herauszufiltern ist für die Menschen schwierig und aufwendig und erfordert ein hohes Maß an Gesundheitskompetenz.

 

Sorenson Modell

 

Daher finde ich Schulungen für Menschen zum Wissen und den Handwerkszeugen für die Beantwortung von Gesundheitsfragen sinnvoll. Die Menschen sollen unabhängige Informationen und Beratungen erhalten und dazu ermutigt werden, selbstbestimmt gesundheitliche Entscheidungen zu treffen, was zu einer Stärkung des Empowerments und der Gesundheitskompetenz führt. Diese Schulungen sollen Grundkenntnisse von einfachem Computer/Internet-Bedienung, Recherche in Gesundheit-Datenbanken, kritische Betrachtung/Bewertung von Gesundheitsinformationen und Interpretation von Maßzahlen bis hin zu Informationen über Patienten/innen-Rechte vermitteln. Des Weiteren sollen diese lebendig und praxisbezogen mittels verschieden Szenarien direkt und partizipativ mit den Teilnehmenden oder mit Hilfe von Computerspielen gestaltet werden.

 

Ich kann persönlich in Zukunft aktiv dazu beitragen, wenn ich als Schulungstrainerin in den Gemeinden derartige Workshops für Menschen mit niedriger Gesundheitskompetenz durchführe sowie Multiplikatoren ausbilde.

 

Wenn ich nun 100.000 Euro für ein Projekt meiner Wahl zur Verfügung hätte, würde ich in die Bildung investieren. Die Bildung spielt eine wichtige Rolle für die Gesundheitskompetenz und damit für die Gesundheit der Bevölkerung. Bildungsbezogene Initiativen können die Gesundheitskompetenz im gesamten Lebensverlauf direkt und indirekt beeinflussen und Menschen unterstützen, gesundheitsförderliche Entscheidungen zu treffen vom Kindergarten bis hin zur Erwachsenenbildung. (Bauer, Okan & Hurrelmann, 2018, www).

 

Eine Investition in die Basisbildung von ErwachsenenEltern müssen sich als Eltern weiterbilden

 

Bereits Studien aus den neunziger Jahren belegen Zusammenhänge zwischen Basisbildung wie das Lesen, Schreiben, Rechnen und der Gesundheit. In vielen Fällen zeigt sich eine unterdurchschnittliche Gesundheitskompetenz insbesondere bei Menschen mit schlechter Bildung, bei Menschen mit Migrationshintergrund, bei chronisch Kranken und bei älteren Personen ab 65.Aus diesem Grunde ist es wichtig, gezielt auf besonders vulnerable Gruppen zuzugehen, da ein klarer Zusammenhang von gesundheitlicher und sozialer Ungleichheit nachweisbar ist. (Rath, 2017, www).

 

Ich sehe daher ein großes Potenzial in der Reduzierung von Defiziten im Lesen oder Schreiben, da diese fast jeden Zugang zu Gesundheitsinformationen behinderten. Menschen aus bildungsfernen Gruppen haben es schwerer, sich Informationen zu besorgen, diese zu verstehen und dann gesundheitsbewusst zu handeln. (Schaeffer, Vogt, Gille, Berens, 2018, www). Aber gerade bei Menschen mit geringer Basisbildung ist die Fokussierung auf den Informationsaspekt nicht wirkungsvoll, mehr wichtig ist, dass die Angebote niederschwellig sind und das Bedarf und Bedürfnisse der Zielgruppe in Vordergrund stehen. Aufgrund des schwierigen Zugangs wäre gerade hier ein intensiveres gemeinsames Vorgehen des Gesundheits- und Bildungssystems sinnvoll.

Ich finde, dass ein umfassendes systematisch ausgerichtetes Bildungsangebot für Personen mit nicht ausreichender Basisbildung mit dem Schwerpunkt Gesundheit entwickelt werden soll, um langfristig ihre Gesundheit- und Bildungskompetenzen zu erhöhen. (Rath, 2017, www). Angedacht sind gesundheitsfördernde Workshops. Das Gesundheitskompetenzthema sollte in die Basisbildung integriert werden, damit Themen, die zur persönlichen Gesundheit beitragen, in den Lese-, Schreib- und Rechenunterricht wie auch in die Arbeit am Computer einfließen können. Diese Workshops sollten durch Basisbildungstrainer/innen durchgeführt werden, die eine Weiterbildung zum Thema benachteiligte (vulnerable) Zielgruppen absolvierten. Darüberhinaus müssen Multiplikatoren/innen in der Region entwickelt werden, um den Zugang zu dieser Zielgruppe erleichtern zu können.

Es ist aber zu bedenken, dass eine reine Verbesserung der Lese- und Schreib- und Rechenfähigkeit allein nicht ausreicht, um eine Steigerung der Gesundheitskompetenz in der Bevölkerung zu erzielen. Vielmehr muss auch an der Förderung der Gesundheitskompetenz in der Politik und Organisationen gearbeitet werden. Gezielt müssen zielgruppenspezifische Maßnahmen entwickelt werden, die mit den alltäglichen Handlungen einer Person kompatibel sind.

 

Anderseits würde ich in die Gesundheitskompetenz im Bereich

Kindergarten investieren: Bereits im Kindergartenalter sollte eine Kompetenz- und Entwicklungsförderung im Bereich Gesundheit stattfinden. Durch die Freiheit von Notendruck, Anwesenheitspflicht, Auslesefunktion und Konkurrenz, Richtlinien und administrativen Vorgaben und fachlicher Einseitigkeit besteht hier ein eindeutig größerer Handlungsspielraum als in der Schule und so wird die pädagogische Arbeit in hohem Maße erleichtert (Zimmer, 2002, S.46). Es wird hier nicht nur auf den Gesundheitsstatus der Kinder positiv Einfluss genommen, sondern es werden darüber hinaus auch gesundheitsförderliche Verhaltensweisen erlernt (Kliche, 2008, S.14).

Der Kindergarten ist einer der ersten Orte, an dem Kinder im Kontakt mit neuen Bezugspersonen Lebenserfahrungen sammeln. Hier werden erste soziale Beziehungen aufgebaut, Vorbilder entdeckt und Verhaltensweisen gelehrt. Sich in der jeweiligen Bildungseinrichtung wohl zu fühlen und gute Lernbedingungen vorzufinden, gehört zu den grundlegenden Bausteinen für eine gesunde Entwicklung. (Land Steiermark, 2016, www).

 

Im Setting Kindergarten werden drei wesentliche Ziele verfolgt. Den gesunden Entwicklungsprozess der Kinder und deren Erzieher/innen positiv zu beeinflussen und ihre Gesundheitskompetenzen und Ressourcen zu stärken wurden als zwei Ziele identifiziert. Eltern und Beschäftigte der jeweiligen Einrichtung werden in diesen Prozess als Multiplikatoren einbezogen, da Kinder nicht nur direkt, sondern auch über die Unterstützung durch Eltern und Beschäftigte in ihrer gesunden Entwicklung gefördert werden können. Die Gestaltung eines gesundheitsförderlichen Lebens- und Arbeitsumfeldes wird als Ziel Nummer drei erstrebt. (Kindergesundheit-info.de, 2016, www). Ich finde, dass eine soziale Vernetzung zwischen den Kindergartenpädagogen/innen, Erzieher/innen und Eltern erreicht werden sollte. Durch Diskussionen, Erfahrungs- und Wissensaustausch wird die interaktive Gesundheitskompetenz gesteigert. Gedacht sind z.B. Stammtische direkt im Kindergarten, die am späten Nachmittag oder am Abend stattfinden können, da diese Räume in dieser Zeit leer sind. Neben denKindergartenpädagogen/innen, den Eltern und Erhaltern muss aber auch die Außenwelt (Bund, Land, Politik, Grundschule sowie Ausbildungs- Fort- und Weiterbildungsstellen) betrachtet werden, der unmittelbare Einfluss auf eine erfolgreiche Implementierung von Gesundheitsförderung im Setting Kindergarten nimmt. (Thaller, 2013, S.127).

 

Um die Gesundheitskompetenz bei Kindern zu steigern würde ich Maßnahmen im Bereich Bewegung, ausgewogene Ernährung und psychosoziale Gesundheit ergreifen. Motivation und praktische Kompetenzförderung müssen über der theoretischen Wissensvermittlung stehen. Dabei sollte darauf geachtet werden, nicht mit erhobenem Zeigefinger zu kommunizieren, sondern die Kinder sollten dazu animiert werden, die Verantwortung fürs eigene Wohlbefinden zu übernehmen.

Angedacht sind Spiele für Drinnen und Draußen. Malspiele, Schreibspiele, Fingerspiele und Denkspiele oder Rollenspiele zum Thema Gesundheitskompetenz.

Dabei lernen die Kinder spielend die eigene Gesundheit zu verstehen. Damit es nicht langweilig wird, müssen natürlich immer wieder neue Spiele entwickelt werden. Zusammenfassend stellt die Gesundheitskompetenz immer noch eine unterschätzte Dimension in der Gesundheitspolitik dar. Daher neben der Steigerung der Gesundheitskompetenz bei den Menschen muss auch ein Umdenken in systemischen Gesundheitsfragen stattfinden. In den Organisationen im Gesundheitswesen müssen gesundheitskompetente Maßnahmen in ihre Prozessabläufe integriert werden. Nur durch die gemeinsame Zusammenarbeit der Individuen, Akteure/innen in den Einrichtungen und politische Entscheidungsträger/innen an der Verbesserung der Gesundheitskompetenz, kann das Gesundheitssystem die Herausforderungen der heutigen Zeit bewältigen.

 

 

Quellen:

Bauer, U., Okan, O., Hurrelmann, K. (2018). Stärkung der Gesundheitskompetenz im Bildungssektor. In: Versorgungsforschung Monitor. Verfügbar unter: https://www.monitorversorgungsforschung.de/Abstracts/Abstract_2018/mvf0518/Staerkung_Gesundheitskompetenz%20 [10.02.2019]

Kerschner, B., Wipplinger, J., Klerings, I., Gartlehner, G. (2015). Wie evidenzbasiert berichten Print- und Online-Medien in Österreich? Eine quantitative Analyse. Verfügbar unter: https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1865921715001087 [11.02.2019]

Kindergesundheit-info.de. (2016). Gesundheit von Kindern in der Kita fördern. Verfügbar unter: https://www.kindergesundheitinfo.de/fuer-fachkraefte/hintergruende-grundlagen/gesundheitsfoerderung/gesundheit-in-der-kita/ [10.02.2019]

Kliche, T. (2008). Prävention und Gesundheitsförderung in Kindertagesstätten, (Auflage 1). Beltz Juventa Verlag

Land Steiermark-Amt der Steiermärkischen Landesregierung (2016). Gesundheitsförderung in Kindergarten & Schule, Gesundheit. Verfügbar unter: http://www.gesundheit.steiermark.at/cms/beitrag/11656543/72561408 [09.02.2019]

Rath, O. (2017). Health Literacy für “vulnerable” Zielgruppen: Beispiele guter Praxis. In: Erwachsene Bildung. Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung. Verfügbar unter: https://erwachsenenbildung.at/aktuell/nachrichten_details.php?nid=12020 [10.02.2019]

Schaeffer, D., Vogt, D., Gille, S., Berens, E.M. (2018). Gesundheitskompetenz in vulnerablen Bevölkerungsgruppen. In: Versorgungsforschung Monitor. Verfügbar unter: https://www.monitor-versorgungsforschung.de/Abstracts/Abstract_2018/mvf-06-18/Schaeffer_Gesundheitskompetenz_vulnerabel [10.02.2019]

Thaler, M. (2013). Schaffung eines gesundheitsfördernden Kindergartens. Masterarbeit. Fachhochschul-Masterstudiengang Management im Gesundheitswesen. Pinkafeld

Zimmer, R. (2002). Gesundheitsförderung im Kindergarten. In: BZgA Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. (Hrsg.). Köln. "Früh übt sich -Gesundheitsförderung im Kindergarten. Verfügbar unter: http://www.kinderumweltgesundheit.de/index2/pdf/aktuelles/10041_1.pdf [04.02.2019]

Nicht nur in privaten und sozialen, sondern auch in politischen Diskussionen gewinnt das Thema Gesundheit immer mehr an Bedeutung, da jede Einzelne oder jeder Einzelne im alltäglichen Leben laufend mit Angelegenheiten konfrontiert wird, in denen Entscheidungen getroffen werden, welche sich direkt oder indirekt auf die individuelle Gesundheit bzw. auf das Wohlbefinden auswirken. Es gilt, Fähigkeiten zu entwickeln, Qualität und Vertrauenswürdigkeit von Gesundheitsinformationen zu beurteilen sowie einen resultierenden Nutzen oder Schaden möglichst früh zu erkennen.

Vorerst ist es notwendig, ein einheitliches Verständnis zum Begriff „Gesundheitskompetenz“ zu schaffen. Laut Sorensen (2012) umfasst der Begriff Gesundheitskompetenz nicht nur das Wissen und die Motivation, sondern auch die Fähigkeiten eines Individuums, gesundheitsrelevante Informationen zu finden, verstehen, beurteilen und anzuwenden, um Entscheidungen welche die eigene Gesundheit betreffen, treffen zu können (S. 1-13).Digitale Gesundheitskompetenz

 

Laut dem European Health Literacy Survey (HLS-EU-Studie) (2012) konnte aufgezeigt werden, dass von den acht teilnehmenden Ländern (Bulgarien, Deutschland, Griechenland, Irland, den Niederlanden, Österreich und Polen) fast die Hälfte der teilnehmenden Erwachsenen (47%) über eine nicht ausreichende oder problematische Gesundheitskompetenz (Health Literacy) verfügen. Betrachtet man den Aspekt unzureichende Gesundheitskompetenz, liegt Österreich mit 18,2% im Vergleich zu den teilnehmenden Ländern an vorletzter Stelle nach Bulgarien mit 26,9%. Eine problematische Gesundheitskompetenz des Individuums führt zu weniger gesunden Entscheidungen, risikoreicherem Verhalten, schlechterer Gesundheit, geringerer Selbsthilfe und sohin zu einer Steigerung von stationären Krankenhausaufenthalten. Darüber hinaus lässt sich anhand der HLS-EU Studie (2012) ein soziales Gefälle feststellen, welches in engem Zusammenhang mit Bildungsstand, Einkommen und Alter steht. Dementsprechend weisen jene Bevölkerungsgruppen mit niedrigerem Bildungsstand und geringerem Einkommen ein höheres Risiko für eine eingeschränkte Gesundheitskompetenz auf (Sorensen, Pelikan, Röthlin, Ganahl, Slonska, Doyle, Fullam, Kondilis, Agrafiotis, Uiters, Falcon, Mensing, Tchamov, Van der Broucke & Brand, 2015, S. 1-6).

Das Thema Gesundheitskompetenz wurde in Österreich bereits als wichtiges Handlungsfeld identifiziert. Sodann wurden von der Bundesgesundheitskommission, abgeleitet von den Empfehlungen der World Health Organization (WHO), nationale Gesundheitsziele für Österreich definiert. Dementsprechend zielt das Gesundheitsziel drei darauf ab, die Gesundheitskompetenz und demzufolge die Gesundheit aller Bevölkerungsgruppen zu stärken (BMASK, o.J., www).

 

Kommunikationstool: Video zum Thema Gesundheitskompetenz

Im Rahmen der vorliegenden Arbeit sollen Familien, unabhängig von ihrem sozioökonomischen Status betrachtete werden.

Die Familie bzw. vor allem Eltern erweisen sich als primäre Bezugspersonen von Kindern. Untersuchungen zeigen, dass die Gesundheitskompetenz der Eltern zumindest teilweise die Gesundheitskompetenz der Kinder beeinflusst (Maier & Felder-Puig, 2017, S. 38).

Da das Setting Familie Eltern, Großeltern, Kinder und Jugendliche integriert, ist der Ansatz zur Erreichung aller Personen sehr breit. Es sollte darauf geachtet werden, dass die Informationen so aufbereitet werden, dass alle Beteiligten, unabhängig von der Altersgruppe, die Inhalte verstehen. Daher muss eine besonders einfache Sprache verwendet werden.

 

Zudem muss darauf geachtet werden, dass das Video die „Zuschauer“ nicht überfordert, d.h. es sollte an die Aufmerksamkeitsspanne angepasst werden. Maximal empfiehlt sich daher eine Länge von fünf Minuten. Videos haben den Vorteil, dass die Inhalte an die Zielgruppe angepasst werden können und einen niederschwelligen Zugang zur Zielgruppe gewährleisten. Zielgruppenspezifische Videos via Internet haben den Vorteil, dass die Informationsvermittlung nicht nur über das Sehen, sondern auch das Hören stattfindet. Darüber hinaus kann ein Video bzw. dessen Inhalt beliebig oft wiederholt werden (Maier & Felder-Puig, 2017, S. 38). Daher werden nachstehend zwei Beispiele für die Gestaltung eines Videos für die Zielgruppe Familie dargestellt.

 

 

Konzipierung eines Videos

Zur Videokonzeption werden die eingangs erwähnten Leitfragen herangezogen:

  •  Wie könnte ein passendes Video zum Thema Gesundheitskompetenz aussehen?
  •  Welche Inhalte müssten wie gebracht werden, dass alle daran Interesse haben?

 

Das konzipierte Video soll zielgruppengerecht, leicht verständlich und genderspezifisch sein. Durch eine bildhafte Sprache mit wenig Text, kurzweiligem Charakter und mittels Storytelling soll das Video die Zielgruppe „Familie“ ansprechen. Storytelling bezeichnet eine Methode, welche dazu dient, Wissen, Erfahrungen und Emotionen zu einem bestimmten Sachverhalte zu kommunizieren. Geschichten bleiben in Erinnerung im Vergleich zu Daten und Fakten – unabhängig von der Altersgruppe. Erfolgsfaktor dafür ist, dass sich die Zielgruppe in die Situation des Geschichtenerzählers hineinfühlen kann.

 

Es soll vermitteln:

  •  was Gesundheitskompetenz bedeutet,
  •  warum es wichtig ist, die eigene Gesundheitskompetenz zu stärken sowie
  •  sollen konkrete Handlungsmaßnahmen für die Umsetzung im Alltag dargestellt werden.

 

Anhand Geschichten von Familien im „echten Leben“ können die obigen Inhalte glaubwürdig vermittelt werden. Dabei sprechen beispielsweise Erwachsene und Kinder darüber, was sie unter Gesundheit bzw. Gesundheitskompetenz verstehen und was ihnen die eigene Gesundheit bedeutet. Der Begriff „Gesundheitskompetenz“ sollte eher als „verstehen, beurteilen und anwenden von Informationen“ umschrieben werden, da für Kinder der Begriff wahrscheinlich schwierig zu verstehen ist. Die Inhalte sollen alle Praxisrelevanz haben, das bedeutet, wie das Thema im Alltag integriert werden kann. Zum Beispiel „Gesundheit ist wichtig weil… Für mich ist Gesundheit Wohlbefinden… etc.“.

Eventuell könnte man Familien herbeiziehen, die von persönlichen Situationen aus ihrem Leben erzählen, bei denen Gesundheitskompetenz eine Rolle gespielt hat oder immer noch spielt (Arztbesuch, gesundheitsrelevante Informationen suchen, Abnehmen, Bewegung, Kinder mit Krankheiten, gesunde Ernährung).

 

Dabei ist darauf Acht zu geben, dass eine einfache Sprache verwendet wird und Fachbegriffe entweder vermieden werden oder erklärt werden müssen. Zudem ist es wichtig, die Zielgruppe „aktiv und persönlich anzusprechen“, wie beispielsweise „Sie können..“ Dabei empfiehlt es sich, konkrete Handlungsempfehlungen darzustellen, also wie diese im Alltag umgesetzt werden können. Beispielsweise wäre es sinnvoll, die einzelnen Schritte, welche für eine bestimmte Handlung notwendig sind, aufzuzeigen. (Kraus-Füreder & Soffried, 2017, S. 52-56).

Konkrete Handlungsempfehlungen könnten in diesem Zusammenhang insofern dargestellt werden, als Kinder im Video mit den Eltern gemeinsam bzw. im Kindergarten das Essen zubereiten oder sich spielerisch in der Natur bewegen. Zwischen den kurzen Ausschnitten könnten Kinder mit kurzen Aussagen eingeblendet werden, die mitteilen, was sie gehört haben und wie sie dies selbst ausprobiert haben (z.B. gemeinsam mit Eltern Kräutergarten anlegen).

 

Eine weitere Möglichkeit wäre, das Video in Form einer Bildgeschichte darzustellen, um die Inhalte leicht verständlich vermitteln zu können. Wie bereits erwähnt, können durch Storytelling die Inhalte besser aufgenommen und verknüpft werden. In diesem Format könnte beispielsweise eine bildhafte Darstellung anhand einer Geschichte erfolgen.

Ein adipöses Volksschulkind namens Klaus klagt zu Hause des Öfteren über Kopfschmerzen. Klaus besucht gemeinsam mit seinen Eltern Hausarzt. Dort klärt der Hausarzt die Familie auf, dass durch gesunde Ernährung und Bewegung die Kopfschmerzen beseitigt werden können. Die Familie sucht zu Hause im Internet nach gesunden Lebensmitteln, gesunden Rezepten und gesünderen Alternativlebensmitteln. Gemeinsam werden spezifische Bücher ausgesucht und gemeinsam durchgelesen. Seitdem unternimmt die Familie gemeinsam am Wochenende oft etwas Aktives gemeinsam. Nach einiger Zeit verbessert sich der gesamte Gesundheitszustand der Familie. Klaus hat nun keine Kopfschmerzen mehr und hat Freude, sich zu bewegen und gesund zu essen.

 

Um die Beurteilung der Qualität des Videos sicherzustellen, gilt es zu beachten, Erstelldatum, Ersteller bzw. Herausgeber des Videos sowie die Kontaktdaten anzuführen. Darüber hinaus sollte die Möglichkeit gegeben sein, die Zielgruppe einzubinden – dabei kann zum Video Feedback bzw. die Sichtweise der Zielgruppe abgefragt werden (Kraus-Füreder & Soffried, 2017, S.56).

 

Vermarktung mit Hilfe von Videos

Seitens der Sozialversicherung besteht die Möglichkeit, das Video über die Homepages zu verbreiten. Eventuell können Ambulatorien oder Gesundheitseinrichtungen das Video über den Infoscreen abspielen, da hier Eltern mit ihren Kindern anzutreffen sind.

Ein weiterer möglicher Punkt wären die Social-Media Kanäle. Heutzutage sind „Influencer“ besonders im Gesundheitsbereich im Trend. Sinnvoll wäre es, das Video durch Schlüsselpersonen oder „Influencer“ in die Menge zu streuen. Dabei sind vorerst diese Personen zu identifizieren, welche den Zugang zum Setting Familie ermöglichen und eine dementsprechend große Reichweite haben. Diese Personen tragen das Video an andere Personen weiter, wodurch ein Netzwerk entsteht. Genutzt werden Department Gesundheit können die Social-Media Webseiten wie Instagram, Facebook und YouTube, um das Video zu verbreiten.

 

HINWEIS: Dieser Artikel wurde von Frau Lisa-Maria Gmeiner, BA verfasst und zur Veröffentichung auf dieser Homepage zur Verfügung gestellt. Vielen Dank.

 

Quellen

Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz (BMASK). (o.J.). Gesundheitsziele Österreich: Gesundheitskompetenz der Bevölkerung stärken. Verfügbar unter: https://gesundheitsziele-oesterreich.at/gesundheitskompetenz-bevoelkerung-staerken [09.01.2019].

Kraus-Füreder, H. & Soffried, J. (2017). Methodenbox: Die gesundheitskompetente Sozialversicherung. Hrsg. Hauptverband der Österreichischen Sozialversicherungsträger. Wien

Maier, G. & Felder-Puig, R. (2017). Gesundheitskompetenz von Kindern und Jugendlichen: Herausforderungen und Überblick zum aktuellen Stand der Forschung. Wien: Institut für Gesundheitsförderung und Prävention.

Sørensen, K., van den Broucke, S., Fullam, J., Doyle, G., Pelikan, J., Slonska, Z. et al. (2012). Health literacy and public health: a systematic review and integration of definitions and models. BMC public health, 12, 80.

Sorensen, K., Pelikan J., Röthlin F., Ganahl K., Slonska Z., Doyle, G., Fullam, J., Kondilis, B., Agrafiotis, D., Uiters, E., Falcon, M., Mensing, M., Tchamov, K., Van der Broucke, S. & Brand H. (2015). Health literacy in Europe: comparative results of the European health literacy survey (HLS-EU). European Journal of Public Health, 2015, 1-6.

Webinar setzt sich aus den beiden Wörtern „Web“ und „Seminar“ zusammen, wobei es sich um eine Onlinepräsentation handelt, die von mehreren Personen gleichzeitig besucht werden kann. Ein Webinar ist ein Live im Internet stattfindendes Seminar zu einem beliebigen Thema. Es handelt sich dabei um eine Live-Schaltung, wo die Teilnehmer via einer Chatfunktion Fragen an der Vortragenden stellen können. Es handelt sich dabei also nicht um eine Aufzeichnung, wie z.B. auf Videoplattformen wie Youtube, sondern ein Webinar wird in Echtzeit übers Internet ausgestrahlt. Um an einem Webinar teilzunehmen, muss man sich mit Mailadresse und Name anmelden.

Danach erhält man per Mail eine Bestätigung und einige Tage vor Webinarstart bekommt der Teilnehmer gewöhnlich ein Erinnerungsmail, die an den Termin erinnern. Daher ist es wichtig, bei Webinaren eine aktuelle Mailadresse anzugeben, die regelmäßig abgerufen wird. Außerdem sollte man einen logischen Benutzernamen (vorzugsweise der echte Name oder nur Vorname oder nur Nachname) wählen, welcher z.B. bei Fragen im Chat im Online-Seminar angezeigt werden. Kombinationen aus Zahlen und kryptische Namen sollten vermieden werden, da der Vortragende diese nicht problemlos aussprechen kann und es zu Missverständnissen kommen kann.

In den letzten Tagen sind die Zeitungen voll mit den Meldungen über den Masernpatienten, der eine Vielzahl von Kinder im LKH-Universitätsklinikum Graz angesteckt hat. Der aktuelle Stand - 28 infizierte Babys. Eine Erkrankung mit Masern ist sehr gefährlich und zudem ansteckend. Die Anzeichen sind wie Fieber, gerötete Augen und Schnupfen sind unspezifisch und werden daher oftmals unterschätzt. Der typische Hautauschlag tritt erst nach etwa 14 Tagen auf. Die ansteckungsgefahr geht von diesen Patienten vier Tage vor und vier Tage nach dem Masernausschlag aus. Die größte Gefahr einer Ansteckung besteht aber, knapp bevor der Ausbruch des Ausschlages stattgefunden hat.

Eine Infektion mit dem Masernvirus gilt als typische Kinderkrankheit, von der aber auch Jugendliche und Erwachsene betroffen sein können. Infiziert werden die Betroffenen durch eine Tröpfcheninfektion, das heißt durch Niesen, Husten oder Sprechen. Masern führen in den westlichen Industrieländern bei 10-20% der Betroffenen zu Komplikationen. Zu den häufigsten Komplikationen zählen hierbei eine Mittelohr- und Lungenentzündung. Seltener auftreten Gehirnhautentzündungen.

Masernfälle sind in Deutschland und Österreich nach dem Infektionsgesetz meldepflichtig. Daher sind viele Daten über Fälle in der Literatur bekannt. In Deutschland erkrankten beispielsweise im Jahr 2017 21.315 Personen, 35 davon verstarben an der Krankheit.

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