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Warum ist dieser Input für die Gesundheitsförderung für meine Studenten in der Lehrveranstaltung Gesundheitsförderung relevant?

  • Auch in der Gesundheitsförderung gibt es keine Maßnahme, die zu jeder Zeit und an jedem Ort jedes Problem löst. Ein „One size fits it all“ – Projekt ist somit noch nicht erfunden worden. Die beste Lösung in der Projektabarbeitung ist bekannterweise der Setting-Ansatz (vgl. Goldstandard) – wir konzentrieren uns dabei auf eine bestimmte Zielgruppe in einer bestimmten Umgebung.
  • Je attraktiver daher unsere Maßnahmen gestaltet werden, desto eher können wir auf Zuspruch hoffen.
  • Aktuell ist das Thema „Covid 19“ in aller Munde.
    • Timeless würde nun bedeuten, diesen doch sehr wichtigen Punkt zu ignorieren. Oder anderes herum, können wir in unsere Überlegungen diesen Faktor einarbeiten und trotzdem ein zeitloses Produkt schaffen? Braucht jede Zeit und jede Situation somit eine eigene individuelle Maßnahme oder können wir mit guten Überlegungen dauerhafte Projekte auf die Beine stellen.Sport gegen unnötige Kilos

 

Exkurs (von einer anderen Idee): Viele Menschen haben es sich zum Ziel gesetzt, ein wenig Schenkelsilber oder Hüftgold zu verlieren. Wenn möglich aber ohne viel Sport. An so machen Tagen steigen die Betroffenen auf die Waage und erhoffen sich, dass die gewünschte Zahl angezeigt wird. Oft ist der Ärger auf die Waage groß, da trotz (bescheidener) Bewegungseinheit keine große Veränderung stattgefunden hat.

 

Wir sollten uns hier aber nicht auf die Waage verlassen und uns darüber ärgern, denn die Anzeige auf der Waage können wir nicht verändern – es liegt nicht in unserem Einflussbereich. Was wir aber verändern können, sind die Dinge rund um die Anzeige. Sicher, es würde reichen, wenn wir sagen, wir essen weniger oder wir betreiben mehr Sport. All das sind grob formulierte Zielerreichung eine Rolle spielt, soll an dieser Stelle nicht diskutiert werden.

 

Das angestrebte Ziel sollte daher nicht sein, dass die Waage 7kg weniger anzeigt, sondern, dass beispielsweise endlich wieder die Wohnung im zweiten Stock über die Treppe erreicht werden kann. Wenn möglich, ohne dass die Puste ausgeht. Klammern wir hier das Problem mit der Waage vorerst einmal aus und kümmern wir uns um kleinere Ziele. Diese könnten wie folgt definiert werden:

  • Montags keinen Lift benützen
  • Dienstags eine kleinere Portion Essen auf ein kleineres Teller legen
  • Mittwochs wird auf alle Süßspeisen und zuckerhaltigen Getränke verzichtet

 

Es werden somit täglich kleine Ziele erreicht und diese stärken das Selbstvertrauen. Warum dann nicht einmal zwei Tagesziele an einem Tag erreichen?

 

Vielfach begleitet uns das Thema „Übergewicht“ über eine längere Zeit und relativ viele Personen in unserer Wohlstandsgesellschaft sind aktuell mit dieser Problemstellung konfrontiert = TIMELESS.

 

Wenn es uns gelingt, ein Problem mit hoher Qualität zu lösen, dann können wir unsere angestrebten gesundheitsförderlichen Ziele erreichen.

 

Die Relevanz ergibt sich daher für mich durch den Umstand, dass wir bei der Erstellung unseres Produktes (Dienstleistung) unsere Zielgruppe noch besser vor unserem geistigen Auge haben. Wir überlegen uns schon im Vorfeld, ob die fiktive Einzelperson oder Personengruppe unserer Zielgruppe im jeweiligen Setting daran Gefallen finde könnte. Würde Sie Spaß/Freude/Interesse daran haben und einen Nutzen daraus ziehen können? Wenn die Antwort bereits jetzt „NEIN“ ist, dann haben wir am Ende vielleicht ein Projekt geplant oder bereits umgesetzt, aber zu wenig auf das Empowerment und die Partizipation geachtet.

 

Welche Limitierungen gibt es?

Wenn wir in einem Setting mit vielen Menschen arbeiten, dann haben diese Menschen nicht immer die gleichen Interessen und Vorlieben.

Unsere Aufgabe ist es, einen Mehrwert für eine Gruppe mit gesundheitsrelevanten Limitierungen zu schaffen, deren Probleme wir in der IST-Erhebung (vgl. PDCA) wahrgenommen haben. Wir beziehen zudem in unsere Überlegungen das gesamte Setting mit all seinen Facetten ein.

Forderung TIMELESS: Ja, Bewegungsmangel ist ein zunehmendes Problem der Gegenwart und vermutlich auch nahen Zukunft von wohlhabenden Gesellschaften. Die Krise, die durch COVID 19 ausgelöst wurde, schränkt uns weiter in unserem sozialen und beruflichen Leben ein und muss in einer aktuellen IST-Erhebung neben den Setting spezifischen Gegebenheiten zwingend einbezogen werden. In der Videobeschreibung wurde auch auf die kommerziellen Interessen näher eingegangen. Die Kommerzialisierung steht bei uns nicht im Vordergrund, sondern das zeitnahe Lösen von realen Problemen von realen Personen vor Ort.

 

Wie kann eine Adaption stattfinden?Timeless products - Innovationen die Verändern

Durch die Visualisierung im Zuge der Planung kann ich mir vielleicht besser vorstellen, wie die Personen auf meine Maßnahmen und Verbesserungsvorschläge reagieren könnten. Gleichzeitig schärft es meine Sinne und somit mein Vorhaben, wenn ich den Fokus auf eine zeitlose und spezifische Maßnahme lenke, die zum Wohle der Zielgruppe gesetzt wird. Meine Maßnahmen stillen einen latenten Bedarf, stiften Nutzen und sorgen somit hoffentlich für eine dauerhafte Nachhaltigkeit.

 

Nachdem ich auf Basis der IST-Analyse das Problem identifiziert habe, begebe ich mich in die Planung und nachfolgende Umsetzung. Die Elemente TIMELESS und SPECIFIC sollen mir dabei helfen, einen etwas anderen Blickwinkel einzunehmen und dazu führen, ein noch besseres Projekt auf die Beine zu stellen. Vielleicht kann ich mir bereits bei der Planung die Frage stellen „Are they going to love this? Will it help?“.

 

Bringen die Überlegungen nichts oder würden mich die Auswirkungen, die sich aus der Berücksichtigung themenfremder Maßnahmen ergeben, negativ beeinflussen, so sollten diese wieder verworfen werden. Man sollte sich aber die Mühe machen und fragen, warum damit kein Mehrwert erreicht werden kann.

 

Welcher Effekt kann erwartet werden?

Durch das Element SPECIFIC bleibe ich weiter auf das eigentliche Problem der Zielgruppe fokussiert. Es werden keine Maßnahmen gesetzt, die ohne entsprechende oder unzureichende Diagnosen realisiert worden wären. Wenn kein Nutzen oder Mehrwert generiert wird, war jede Investition in die Maßnahme sinnlos. An dieser Stelle sollte nochmals darauf hingewiesen werden, dass übereifrige Projektverantwortliche oder (selbsternannte) Experten aufgrund Ihrer umfangreichen Vorerfahrung das Probleme per Blickdiagnose zu erkennen.

Ein Umstand, der oftmals zu einer sinnlosen Verschwendung von Zeit und anderen Ressourcen beiträgt.

 

TIMELESS: Die Frage nach der Zeitlosigkeit von mangelnder Bewegung kann vielleicht durch das Aufzeigen der Folgen besser verdeutlicht werden und gewinnt damit in den Augen der angedachten Zielgruppe eine größere Relevanz. Bewegungsmangel ist zweifellos eine Bürde der Gegenwart und wird es in Zukunft auch sicher für die wohlhabenden Staaten in Zukunft bleiben. Die Menschen sind sich dessen aufgrund der zunehmenden Bequemlichkeit und vereinfachten Mobilität (E-Roller) weniger denn je bewusst. Aus der Bewegungsarmut resultiert aber zu einem nicht unwesentlichen Teil eine Zunahme des Körpergewichtes aufgrund abnehmenden Energieverbrauchs.

 

Wir gehen in unseren Ausführungen nicht auf die Bewegungsempfehlungen eines selbsternannten Influencers ein oder berufen uns auf die Aussagen eines B-Promies. Vielmehr müssen wir in der Lage sein, Empfehlungen auszusprechen, die sowohl heute als auch in weiter entfernter Zukunft noch Gültigkeit haben – also auch dann noch, wenn Influencer und B-Promies längst wieder von der Bildfläche verschwunden sind. Stellen wir uns in diesem Zusammenhang die Frage, wie lange werden Menschen das Problem mit Bewegungsmangel oder wie in unserem Beispiel – mit Übergewicht haben?Vertrauen in Neuerungen

 

Anmerkung: Übergewicht kann nicht einzig und alleine durch Bewegung reduziert werden. Gleichzeitig ist die einzige Lösung für Übergewicht nicht die Steigerung der physischen Aktivitäten, beides ist multifaktoriell zu betrachten.

 

WORD-OF-Mouth: Unsere Maßnahmen müssen nicht unbedingt zu Werbezwecken in anderen Unternehmen Anklang finden, um nach diesem Projekt weitere Aufträge lukrieren zu können. Viel wichtiger ist es uns in dieser Phase, dass jene Mitarbeiter, die vielleicht in der Phase der Datenerhebung (Fragebogen, Interview) nicht mitgemacht haben und unser Projekt belächelt haben oder einfach der Meinung waren, es wird sich sowieso nie etwas ändern, über die Fortschritte und Verbesserungen durch zufriedene Mitarbeiter informiert werden.

 

Dieser Text wurde speziell für die Studenten an der FH Kärnten geschrieben und soll zeigen, was wir von guter Literatur lernen und übernehmen können.

Ergänzung August 2021: In unserem umgesetzten Projekt konnten wir auf verschiedene Strategien zurückgreifen und erkennen, dass ein Blick über den Tellerrand immer wieder neue Erkenntnisse liefern kann. Den Abschluss dieses Projektes (Lehrveranstaltung Anwendungsprojekt Gesundheitsförderung an der Fachhochschule Kärnten, Standort Feldkirchen, Gesundheits- und Pflegemanagement, Bachelor) bildete ein Webinar. Vielleicht ist es nicht gelungen, alle angestrebten Inhalte in diesem Webinar zu vermitteln, trotzdem war es eine großartige Leistung der Studenten.

 

Senioren, die stillen Verlierer der vierten Revolution.

Die Anzahl der Personen in der 60+ Generation steigt bis 2030 auf 25% (1). Die Pflege der Älteren und deren steigenden Kosten, vorwiegend bedingt durch die demografische Wandel geht einher mit der Zunahme von Depressionen, Diabetes, kardiovaskulären Erkrankungen oder auch Krebserkrankungen, was wiederum dazu führt, dass diese Personen zunehmend vulnerabler werden und teilweise zur Belastung für die pflegenden Angehörigen und die Gesellschaft. Damit einher gehen Multimorbidität, altersassoziierte Einschränkungen in der Mobilität, Sehkraft, Gedächtnisleistung, soziale Isolation usw. und auch Polypharmazie (2).

 

Im Bereich der „Silver Economy“, also den digitalen Gesundheitsdienstleistungen speziell für ältere Menschen erwarten Experten ein globales Wachstum 30 Milliarden Dollar in den nächsten Jahren. Am Markt erkennt man ein klares Umdenken im Hinblick auf die demografischen Veränderungen. Neue Marktteilnehmer, vor allem Start-Ups, konzentrieren sich dabei mehr auf das Anpassen von Standard-Software und etablierte Anbieter auf das Erstellen von Produkten, die speziell an die Bedürfnisse von Älteren angepasst sind (3). Es ist ein Markt, der laut Deloitte mit „lange Lunte, großer Knall“ in der Disruption Map beschrieben wird (4). Immer mehr tentieren Familien, Dienstleister und vor allem Senioren dazu, Technologien zu erwerben, die die Lebensqualität auf lange Sicht hin verbessern.

Der Wandel der Gesellschaft durch die Digitalisierung

Menschen lieben das Alltagsleben, da dieses geprägt von Gewohnheiten ist. Ändert sich etwas, steigt das Stressniveau und man wird schnell hektischer. Nicht umsonst ist es für Kopf und Geist so schwer, Gewohnheiten zu ändern.

Unweigerlich wird aber kurz- oder langfristig die Digitalisierung ebenfalls zu Veränderungen in unserem Leben führen. In diesem Beitrag möchte ich der Frage nachgehen, welche umfassenden Veränderungen uns in den nächsten Jahren bis Jahrzehnten erwarten werden.

 

Produktions- und Konsumverhalten

 

Dem Industriesektor steht die 4. Revolution (Industrie 4.0) bevor. Die Maschinen werden mehr und mehr miteinander vernetzt und beginnen miteinander zu kommunizieren. Für uns Konsumenten wird es dann möglich werden, Produkte zu kaufen, die es bisher in dieser Form noch nicht gegeben hat, da diese noch nicht produziert waren. Individuell angepasst, zeitnah produziert und geliefert, so sieht die Zukunft in manchen Bereichen aus.

Für Einzelstücke und wenige Personen gab es diese Wertschöpfungskette natürlich auch in der Vergangenheit schon. Jetzt aber wird es das im großen Stil geben – 24 Stunden ab Tag. Vorbei ist die Zeit des Massenmarktes, in der jeder die Kleidung von der Stange getragen hat und sich die Unterschiede einzig und alleine aufgrund der Größe ergeben haben. Der Konsument bestellt was gefällt und den eigenen Bedürfnissen entspricht.

Möglich wird dies über ein Onlinebestellsystem, das die Möglichkeiten der leichten Konfiguration bietet, ein Produktionsprozess der vollkommen autonom und automatisiert abläuft. Gepaart mit einer perfekten Lieferlogistik.

 

Veränderung des Konsumverhaltens aufgrund der Digitalisierung

 

Das Transportwesen

 

Das autonome Fahren ist in der Lage unser bisheriges Transportverhalten von Grund auf zu verändern. Wir waren es bisher gewohnt, uns ein eigenes Auto anzuschaffen, dieses zu pflegen und nach einer gewissen Zeit durch ein neueres Modell zu ersetzen. Google, Uber, VW oder Tesla verändern nicht nur den dafür benötigten Kraftstoff und geben somit dem Individualverkehr ein grünes Mascherl, sondern sie automatisieren auch die Fahrt selbst.

Selbstfahrende Fahrzeuge drängen auf den Markt und werden früher oder später das normale Straßenbild prägen. Sensoren messen das Verkehrsaufkommen, erkennen Hinternisse und treffen dann Entscheidungen auf Basis hinterlegter und erlernter Logiken. Wie ethisch aber können Entscheidungen einer Maschine ausfallen? Denken wir dabei an folgendes Beispiel:

Sie haben Ihre Familie mitsamt Neugeborenen im Auto und fahren durch eine enge Straße in der Stadt. Plötzlich erkennen Sie und das selbstfahrende Auto wenige Meter vor sich eine ältere Dame mit Krückstock, die gerade dabei ist die Straße ohne die Benützung eines Zebrastreifens zu überqueren. Ein Anhalten ist in diesem Fall nicht mehr möglich. Wie würde das automatische System in diesem Fall entscheiden? Wie würden Sie entscheiden?

 

Veränderung des Transportwesens aufgrund der Digitalisierung

 

Die Arbeitswelt

 

Das Konsumverhalten hat sich bereits verändert. Online gehen, bestellen und auf die Lieferung warten. Wir fahren mit Autos, die mit Strom betrieben werden und hoffen darauf, bald nur mehr ein Fahrgast im eigenen oder geteilten (Car-Sharing) Auto sein zu dürfen. Die Automatisierung der unterschiedlichen Bereiche unseres Lebens wird mit Sicherheit Arbeitsplätze kosten. Vorwiegend sind es jene Routinetätigkeiten, die nur eine niedrige Qualifikation verlangen. Bereits jetzt strömen viele Jugendliche in die Schulen oder Universitäten – wenige sind nur noch dazu bereit, eine Lehre zu beginnen. Damit verschärft sich der bereits existierende Facharbeitermangel in den nächsten Jahren noch mehr.

Ob Migration und Anwerben aus anderen Bereichen eine Lösung auf Dauer sein wird, ist zu bezweifeln. Werden die beruflichen Anforderungen auch anders werden? Werden wir noch mehr mit Computern arbeiten und der Mensch nur noch ein Überwacher der Maschinen sein? Anders herum betrachtet kann es aber so sein, dass die Maschinen entscheiden, da diese keine emotionalen Hemmungen haben und weniger Fehler machen? Der Mensch ist dann vielleicht nur mehr der, der darauf zu achten hat, dass die Maschine immer optimal läuft, er ist dieser damit in gewisser Weise untergeordnet?

Was es daher in näherer Zukunft mit Sicherheit brauchen wird, sind Programmierer und ähnliche Berufe. Ihre Gehälter werden steigen und die Gehälter der dann als „unqualifiziert“ geltenden Menschen sinken, da es dann genug von ihnen gibt.

Models und Schauspieler werden zunehmend durch Animationen oder durch die „Deep Fake“ Technologie ersetzt. Models müssen vielleicht so nicht mehr um die ganze Welt geflogen werden, ihr Körper wird einfach per künstlicher Intelligenz auf einen anderen Körper projiziert. Verschiedene Computerprogramme erkennen bereits in Spielfilmen vorhandene Werbeflächen und projizieren auf diese nun personalisierte Werbung.

 

Veränderung des Arbeitswelt aufgrund der Digitalisierung

 

Das persönliches Gut

 

Werden wir in Zukunft noch immer danach trachten, mehr und mehr unser Eigentum zu nennen? Wird die Konsumwelt dahin tentieren, sich nur mehr Dinge bei Bedarf zu mieten? Selbstfahrende Autos werden via App einfach nach den entsprechenden Bedürfnissen knapp vor der Fahr angefordert und stehen dann fahrerlos vor der Tür. Gedanken über den Parkplatz bräuchte man sich keine mehr machen, da das Fahrzeug autonom zum nächsten Kunden fährt oder zu einer Ladestation.

Ähnlich könnte es in der Wirtschaft aussehen – Maschinenkontingente werden nur mehr angemietet. Wird die Maschine nicht gebraucht, so stehen die freien Produktgestaltung und den Vertrieb kümmern.

 

Veränderung des persönlichen Gutes aufgrund der Digitalisierung

 

In Anlehnung an die Arbeiten von Prof. Dr. Sascha Frieseke und seinen Beiträgen auf YouTube

Der Drang zur Digitalisierung ohne gegebene Notwendigkeit

Die Überschrift „Der Drang zur Digitalisierung ohne gegebene Notwendigkeit“ umschreibt mit netten Worten, dass wir mittlerweile mit Zwang nach Veränderung rufen und uns dabei dem Digitalisierungswahnsinn hingeben. Ich selbst bin zwar ein bekennender Anhänger der Digitalisierung, trotzdem bin ich der Meinung, wir sollten zuerst überlegen und dann erst handeln. Der Einsatz der Blockchain beim Bäcker macht schließlich auch keine besseren Brötchen. Handeln ohne vorherige Feststellung des Bedarfs (Diagnose im bekannten PDCA-Zyklus) hat schon so manch ein Projekt scheitern lassen. Bleiben wir Herr über eine neue Technologie, werden wir nicht dessen Sklave.

Die Forderung von verschiedenen Firmenchefs nach mehr künstlicher Intelligenz und mehr Technik kann ich aus marktwirtschaftlicher Sicht nachvollziehen. Keiner will den Anschluss verlieren oder aus dem Markt gedrängt werden. Das entscheidende Fragebündel ist aber: „Was ist das Problem und wie kann uns dabei die Digitalisierung oder die künstliche Intelligenz helfen?“.

Fragen wir nicht, wie wir die künstliche Intelligenz oder einen anderen Trend ins Haus bekommen und einsetzen können. Wie gesagt, ohne Problem, kann es auch keine passende Lösung geben. Gleichsam hat auch noch nie ein Produkt ohne Bedarf einen Preis gewonnen.

 

Apps sind die Lösung für jedes Problem

 

Erinnern Sie sich in diesem Zusammenhang noch an die Bestrebungen der Versicherungskonzerne? Alle wollten umfangreiche Angebote via App verfügbar zu machen. Besonderes Augenmerk wurde damals auf die Option „Schadensmeldung bei einem Unfall“ gelegt. Unsummen wurden dafür von den Versicherungen ausgegeben. Außer Acht wurde dabei gelassen, dass kaum jemand bei einem Unfall zum Handy greift, im App-Store nach der passenden App sucht und dann seine Schadensmeldung einreicht. Eine Idee, die scheinbar nicht ganz zu Ende gedacht wurde.Apps, die digitalen Problemlöser

Den Ausführungen von Prof. Dr. Frieseke folgend möchte ich Ihnen ebenfalls das Wechselspiel von YouTube anzusehen.

 

Im ersten Beispiel ging es um Taxifahrer aus Persien. Früher war es üblich, in ein schmutziges Taxi zu steigen und beim Ankunftsort eine überteuerte Rechnung zu bekommen. Verhandlungen über die Rechtmäßigkeit des Tarifs endeten daher immer wieder im Streit. Das hat sich nun dank digitaler Bewertungsmechanismen geändert. Die Fahrer werden bewertet und je besser die Bewertungen sind, desto mehr Fahrten bekommt der Fahrer. Alles läuft heute korrekt ab und die Taxis sind sauber. Mehr oder weniger eine Win-Win-Situation für alle.

Das gleiche Bewertungssystem gibt es auch in einem Land aus Südostasien. In einer Tourismusregion sind Familien dazu übergegangen, eigene Zimmer via Internet zu vermieten. Die Angebote erhielten einen großen Zuspruch und im Großen und Ganzen funktionierte das System gut. Anders als in Persien wurde das Bewertungssystem aber von den Gästen dazu genutzt, die Vermieter unter Druck zu setzen. Wenn nach Ankunft nicht eine größere und gleichzeitig billigere Wohnung zur Verfügung gestellt wird, dann wird eine negative Bewertung hinterlassen.

Ein anderes Beispiel mit unterschiedlichem Ausgang gibt es auch im Bereich der sozialen Medien. Waren diese als „Segen“ für die Revolution im arabischen Frühling bezeichnet worden, so wurden diese wiederum im amerikanischen Wahlkampf dazu eingesetzt, um Donald Trump ins Weiße Haus zu bringen (wertfreie Aussage). In diesem Zusammenhang wurden sie aber als „Fluch“ bezeichnet. Man kann hier sehr gut sehen, wie nahe eine vermutete Manipulation des Wählerwillens und das angedachte Rückgrat der Demokratie beieinanderliegen.

 

Pro Innovation Bias

 

Vom sogenannten Pro Innovation Bias spricht man, wenn man eine übertriebene Hoffnung in eine neue Innovation steckt. Innovationen sind von vorneherein weder zu verurteilen noch zu überschätzen.Pro Innovation Bias

Als Filme in die „Lichtspieltheater“ kamen, war Charly Chaplin der Ansicht, dass niemand, auch wirklich niemand daran Interesse hätte, eine Dramaturgie aus der Konservendose zu konsumieren. Selbst Steve Ballmer soll beim ersten Kontakt mit dem IPhone gemeint haben, niemand will ein teures Telefon kaufen, das nicht einmal Tasten besitzt. Keine Frage, die beiden Beispiele wurden an dieser Stelle selektiv aus einer Vielzahl von Innovationen herausgegriffen, sie verdeutlichen aber gut die Unterschätzung.

Überschätzt wurden die Apps. Nicht jeder Prozess kann und sollte zwanghaft als App abgebildet werden. Nicht jedes Büro braucht einen 3D-Drucker.

 

Obwohl es durch Android-betriebene Handys und dank Google über eine Milliarde Menschen möglich ist, virtuelle Sprachassistenten zu verwenden, leben die Menschen noch immer gut damit, diese nicht ständig zu verwenden.

Gerne sprechen wir im Zusammenhang von Innovationen von Disruption. Es ist mittlerweile auch schon ein Begriff der inflationär verwendet wird und bei genauer Betrachtung ursprünglich eine andere Bedeutung hatte. Hier nehme ich mich selbst nicht aus - ich wurde ebenfalls von Dr. Frieseke über den unsachgemäßen Einsatz aufgeklärt.

 

Es ist nicht einzig und alleine eine gute Idee eines Erfinders, die am Markt sofort alle Produkte der Mitbewerber verdrängt. Die genauere Betrachtung der Definition zeigt, dass es sich zwar um ein neues Produkt handelt, dass jedoch vom Preis her wesentlich günstiger oder sogar kostenlos angeboten wird. Erst auf diese Weise wird eine breite Marktdurchdringung auf Kosten des eingesessenen Produktes möglich. Vielfach wird dabei außer Acht gelassen, dass das neue Produkt über weniger Funktionen als das herkömmliche Produkt verfügt. Der Platzhirsch ist in weiterer Folge gezwungen zu reagieren und wandert dementsprechend mit seinem Produkt und weiteren Funktionen in das Premiumsegment ab.

 

Beispiele für disruptive Innovationen aus der Vergangenheit

  • Das Dampfschiff, es ersetzte das Segelschiff
  • Der Siegeszug der CD auf Kosten der Schallplatte
  • Das Pferd hat den Kampf gegen das Automobil verloren
  • Die Digitalfotografie hat den bekannten 35mm-Filme ersetzt

 

Aktuellere Beispiele für den Siegeszug von disruptiven Überlegungen

  • Das MP3-Format machte beispielsweise die Kassette überflüssig
  • Wikipedia verdrängte die umfangreichen Enzyklopädien
  • Versandapotheken setzten den niedergelassenen Apotheken zu
  • Die Glühlampe hat ausgedient, da es die sparsameren LED-Lampen gibt
  • Amazon führte zu einem Umsturz in der Bücherbranche. Jetzt kann jeder jederzeit selbst ein Buch auf den Markt bringen und vermarkten. Viele andere Bereiche sind ebenfalls der Gefahr ausgesetzt, durch Amazons Ideenreichtum in der Existenz bedroht zu sein.    

 

Bereiche, in denen die Disruption erste Spuren hinterlassen hat

  • MOOCs und Fernstudien setzen den bekannten Hochschulen zu. Bildung wird heute anders konsumiert als noch vor 20 Jahren.
  • Plattformen wie Uber oder Airbnb machten es vor – Plattformen zur Vermittlung privater Güter werden von der breiten Masse dankbar angenommen. Renommierte Platzhirsche verlieren damit wesentliche Marktanteile. Ähnlich sieht es am Immobilienmarkt aus, auch hier gibt es Plattformen, die die eigenständige Vermietung und den Verkauf ohne Makler einfach gestalten.
  • Fintechs bieten über Plattformen Zugang zu neuartigen Produkten und Privatkrediten. Bankhäuser müssen reagieren.
  • IOT oder Internet of Things – die Kommunikation von Geräten untereinander wird Realität.

 

Die andere Idee ist immer besser

 

Ob nun eine Idee aus dem eigenen Haus stammt oder es eine Idee aus einem Start-Up sein muss, sei dahingestellt. Der neidische Blick ins Silicon Valley und die Karawanen an Top-Managern die dort hinfliegen sind jedoch ein wenig übertrieben. Wir sollten unseren eigenen Mitarbeitern eine Chance geben und Ihre Ideen erfragen. Das „not invended here syndrom“ hilft uns nicht weiter, da wir auf Dauer nicht jedes Start-Up mit einer anderen Idee aufkaufen können.

Die eigene Kreativität sollte gefördert werden und es sollte mehr erlaubt sein, einen Fehler zu machen. Unsere Fehlerkultur ist bescheiden ausgedrückt, letztklassig.

 

Andere haben immer bessere Ideen

 

Gleichzeitig sollten wir uns darüber Gedanken machen, ob es immer die Kreativität braucht, die uns dabei hilft, neue Dinge zu erfinden. Entwickeln wir bestehende Dinge weiter oder übernehmen wir bewährte Innovationen aus ganz anderen Bereichen. Unter Umständen kann eine Implementierung aus einem anderen Fachgebiet in unserem Teilbereich von Erfolg gekrönt sein. Mag sein, dass uns daran unsere beschränkte Fehlerkultur hindert oder weil die Idee nicht aus dem eigenen Haus gekommen ist.

Starten Sie in Ihrem Unternehmen doch regelmäßig eine Session, in der neue und spannende Ideen aus anderen Häusern oder Industriezweigen vorgestellt werden. Was davon kann auch in Ihrem Unternehmen zu Erfolg führen?

 

Quelle: 

In Anlehnung an die Arbeiten von Prof. Dr. Sascha Frieseke und seinen Beiträgen auf YouTube

Graham Horton, Aufzählung der Innovationen von zephram.de

Digitalisierung und andere Zukunftstrends – ein Blick hinter die Kulissen

Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht über die Folgen der Digitalisierung berichtet, eine Innovation vorgestellt oder über eine disruptive Errungenschaft kritisch diskutiert wird. 

Gerade das Thema Innovation ist nicht neu. Wenn wir es ganz genau nehmen, so können wir seit dem Anbeginn der Industrialisierung auf eine Vielzahl von Innovationen zurückblicken. Viele davon waren gut, andere waren es wiederum weniger. Technische Erneuerungen haben aber in den meisten Fällen dazu geführt, dass eingesessene Praktiken in Frage gestellt und dann teilweise oder ganz ersetzt wurden.Die Innovation Automobil hat die Pferdekutsche ersetzt

 

Ein schönes Beispiel aus vergangenen Tagen ist die Pferdekutsche und die Einführung des Automobils. Neben einigen anderen Gründen war das Automobil dazu gedacht, die Kosten im Transportwesen zu senken. Pferde brauchten schließlich Futter, Stallungen und Menschen, die sich um die Tiere kümmerten. Automobile waren in diesem Sinne pflegeleichter. Nach und nach wurden diese ersetzt und die damit verbundenen Tätigkeiten und Kosten fielen weg. Heute fährt nur mehr die Queen und ein paar Touristen in Wien mit diesem edlen Gefährt.

Wenden wir uns nun einmal dem nahezu inflationär verwendeten Begriff der Digitalisierung zu. Einem Begriff, der beim einen für Angst und beim anderen wiederum für leuchtende Augen sorgt. Es ist aber auch ein Begriff, für den es keine einheitliche Definition gibt und daher je nach Kontext unterschiedlich verwendet wird. Im ursprünglichen Sinn war damit das Umwandeln von analogen Werten in digital verfügbare Formate gemeint. Nicht selten kommt das Wort in Verbindung mit digitaler Transformation, digitalem Wandel oder auch digitaler Revolution vor.

 

Der Wandel deutet dabei den damit verbundenen Veränderungsprozess an, der in der Wirtschaft, Kultur, Politik, Gesellschaft und in der Bildung eingesetzt hat.

Neben dem Gesundheitsbereich ist für mich der Bildungsbereich von großer Bedeutung. Alle anderen Themenbereiche werden daher nicht in dieser Intensität auf dieser Homepage betrachtet. Beide angesprochenen Bereiche profitieren durch die einsetzende Digitalisierung enorm, da Informationen in Form von Dateien (Files) nun wesentlich leichter gespeichert, verteilt und verarbeitet werden können.

 

Aufgrund der hohen Verfügbarkeit des Internets in den Haushalten kann man zu Recht vom Informationszeitalter sprechen. Waren aktuelle und spezifische Informationen vor rund 100 Jahren noch wenigen Personen vorbehalten, so ist es heute kaum noch ein Problem, sich Daten zu einem bestimmten Thema zu besorgen. Es ist vielmehr zu einem Problem geworden, sich aus der Fülle der Informationen die richtigen und wirklich brauchbaren Fakten heraus zu suchen. An anderer Stelle auf dieser Homepage zeige ich Ihnen, wie Sie einfach und schnell hochwertige Informationen finden können.

 

Informationstitanen in einer Welt von Handlungsverweigerern

 

Laut einem Artikel in der renommierten Zeitschrift Nature verdoppelt sich das Weltwissen rund alle acht Jahre. Wenn wir dann davon ausgehen, dass unsere aktive Schulzeit mehr als 16 Jahre zurückliegt, dann würde das bedeuten, dass wir in einer Zeit gelebt und gelernt haben, in der nur jede vierte (4!) Information von heute verfügbar war.

 

Das Ballonlernen von Schülern und Studenten

Schüler und Studenten bekommen heute in den Bildungseinrichtungen immer mehr Informationen in kurzer Zeit in Form von Skripten und anderen Unterlagen vorgesetzt. Gefüllt mit Informationen, die mehr oder weniger je nach Lehrenden den aktuellen Stand der Wissenschaft widerspiegeln. Vergleichbar mit einem zu füllenden Ballon wird das Wissen aufgesaugt, um es dann in kürzester Zeit wieder bei der Prüfung auszustoßen, mit dem Ausstoß-Prozess beginnt gleichzeitig der Prozess des Vergessens. Nachdem die Anzahl der Studenten für jede Lehrveranstaltung nahezu konstant bleibt, reicht die Zeit zumeist nur für die neuesten Errungenschaften in einem Gebiet.

Auf der Strecke bleiben die Grundlagen und die oft als langweilig empfundenen Methodenkenntnisse. Wir sollten uns daher die Fragen stellen, ob wir in Zukunft verstärkt Wissen vermitteln sollen, vermittelt haben wollen, dass jeder in kürzester Zeit googeln kann, oder ob wir uns Wissen aneignen sollen, dass uns dabei hilft, neue Erkenntnisse im richtigen Kontext zu verstehen.

 

Schüler sollen verstehen lernen nicht auswendig lernen

 

Daten an sich sind nichts anderes als Symbole, Zeichen oder Zahlen, die beispielsweise aufgrund einer Beobachtung oder Messung entstanden sind. Zu Informationen werden diese, wenn diese in den entsprechenden Kontext gesetzt werden. Sie stellen dann einen neuen Kenntnisstand und Erkenntnisgewinn dar. Das angesprochene Wissen ist somit die Summe der gesammelten Informationen zu einem bestimmten Sachverhalt. Würden die Bildungseinrichtungen verstärkt auf die Informationsversorgung Wert legen, dann würden wir den Kontext nicht mehr ausreichend verstehen können und die Informationen wären dann nichts mehr als lust- und wertlose Datenhäufen. Wissen wird zu einer Mangelware, weil dieses nur noch ganz spezifisch für bestimmte Experten verfügbar wäre.

 

Das Ende des kleinen Mannes

Tätigkeiten, die einem klaren Muster folgen und im Alltag oftmals ausgeführt werden, laufen Gefahr bald einmal der Digitalisierung zum Opfer zu fallen. Bevor wir uns über die Auswege aus der Digitalisierungsfalle Gedanken machen, sehen wir uns ein paar Tätigkeiten an, die prädestiniert für eine vollständige Digitalisierung sind.

 

Arbeiten im Reisebüro: Auch wenn langsam wieder ein Trend hin zum Reisebüro geht, so ist doch die damit verbundene Tätigkeit der Reisebuchung leicht automatisierbar. Vor Jahren noch musste der Mitarbeiter im Büro Rücksprache halten, ob noch freie Plätze vorhanden sind oder andere Details mühevoll per Telefon klären. Heute finden Tarifvergleiche auf Knopfdruck statt, Bewertungen über das Feriendomizil sind in Sekunden verfügbar und am Ende können alle Reiseunterlagen selbst ausgedruckt werden. Aufgrund der vielen Auswahlmöglichkeiten ist es für uns nicht zu leicht, sondern schon fast wieder unüberschaubar geworden. Wodurch sich auch der Trend wieder hin zum Reisebüro erklärt.

 

Wer sucht sich heute noch eine Rufnummer für ein Taxi raus und erkundigt sich nach einem passenden Fahrer mit einem ansprechenden Wagen? Kaum jemand, mittels App von Uber wird einfach und schnell geordert. Selbst das Bahnticket kann heute mit ein wenig Handbewegungen am Display des Smartphones geordert werden.

 

Lange Schlangen vor dem Bankschalter gehören ebenfalls der Vergangenheit an. Wer heute eine Überweisung ins Ausland tätigen möchte, der bezahlt via PayPal oder nutzt die Onlineplattform der eigenen Bank. Einloggen, Zahlen eingeben und Überweisung bestätigen.

 

Was aber, wenn das Spiel aufgrund von gesetzlichen Vorgaben immer denselben Regeln folgt und es einen teuren Experten für die einfachen Tätigkeiten nicht mehr bräuchte? Ein Beispiel dafür ist der Steuerberater – wir könnten unsere Steuererklärung und alle Steuerfragen dem Computer überlassen und erst dann, wenn es schwierig wird, den Rat des Steuerberaters einholen.

 

Digitalisierung kostet Arbeitsplätze

 

Es steht außer Frage, dass verschiedene Tätigkeiten in den nächsten Jahren bis Jahrzehnten wegfallen werden. Nicht ganz korrekt ist aus meiner Sicht, wenn behauptet wird, dass ganze Arbeitsplätze wegfallen werden, denn in erster Linie sind es nur die wiederkehrenden Tätigkeiten an bestimmten Arbeitsplätzen. Ein aus meiner Sicht nicht ganz unwichtiges Detail.

Weniger gefährdet sind Jobs, die aufgrund ihrer Einfachheit bzw. dem Ort, an dem diese durchgeführt werden, nicht ganz so einfach durch Automatisierungsschritte ersetzt werden können. Ein Fliesenleger, der in einem sehr kleinen Raum Millimeterarbeit erledigt, kann nicht gewinnbringend durch eine geeignete Maschine ersetzt werden. Hier wäre die technische Lösung einfach viel teurer als der zu erwartende Nutzen. Diese Betrachtung mit dem Blickwinkel „Einfachheit“ soll aber in keiner Weise den angesprochenen Berufszweig diskreditieren oder abwerten. Die Tätigkeit dient hier nur exemplarisch als Beispiel und soll das Gesagte in praktischer Form verdeutlichen.

 

Gefragt werden mit Sicherheit Personen sein, die über ein sehr hohes Bildungsniveau und über umfangreiche Lösungskompetenzen verfügen. Es braucht Menschen, die Lösungsoptionen für Herausforderungen aufzeigen, für die es bisher noch keine angemessenen Antworten gab. Das heißt aber wiederum nicht, dass die gefundene Antwort nach entsprechender Aufbereitung nicht früher oder später einmal ebenfalls digitalisiert wird.

Unsere Kinder sollen daher in Zukunft nicht lernen, wie sie in kürzester Zeit möglichst viele Informationen im Gehirn speichern können, sondern wie sie ihr Wissen erweitern können und damit in die Lage versetzt werden, kreative Lösungen zu generieren.

Mit der steigenden Notwendigkeit, Kreativität an den Tag zu legen, werden diese Fähigkeiten und damit verbundenen Berufsgruppen auch weiterhin gefragt sein. Musik und Kunst kann nicht so einfach durch Computer ersetzt werden. Mit der steigenden Technisierung wird auch der Faktor soziale Arbeit an Bedeutung gewinnen. Menschen werden verstärkt den Wunsch haben, menschliche Nähe zu spüren. Ein Mehrwert, der hoffentlich bei der Bezahlung von Personen in den Sozialberufen Niederschlag finden wird. Es kann daher davon ausgegangen werden, dass diese Berufsgruppen mit (geringfügigen) Gehaltssteigerungen rechnen können, die Gewinner werden aber sicher die Programmierer sein und bleiben. 

 

Quelle:  In Anlehnung an die Arbeiten von Prof. Dr. Sascha Frieseke

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